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C64, Amiga, Atari: Retro-Games sind „in“

Artikel erstellt von Marco am 08.10.2013
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Vor allem im Internet haben viele „Retro-Neulinge“ ihre ersten Berührungspunkte mit der Szene. Das „Circuit-Board“, das „Amiga Forum“, das Forum des „Atari Bit Byter User Club e.V.“ oder „Kultboy“ sind etablierte Treffpunkte, an denen sich die Retro-Szene austauscht und organisiert. Vor allem das „Forum64“, welches sich, wie der Name schon vermuten lässt, auf den bis heute meistverkauftesten Computer – den Commodore 64 – spezialisiert hat und seit 2002 existiert, zeigt sich als die lebendigste Anlaufstelle. Hier hält man nicht nur einen Plausch über seine 8-Bit-Schätzchen oder organisiert Treffen und Veranstaltungen wie das „Dortmunder Retro Computer Treffen“, „Connected“ in Uetersen (Schleswig-Holstein), den „Marburger Stammtisch“ oder das „Retro-Aktiv Treffen“ in Kaiserslautern. Hier werden vor allem viele fachliche Diskussionen geführt. Sei es die Fehlersuche bei defekten Homecomputern oder die Realisation von Hardwareprojekten, wie z.B. moderne Massenspeicherlösungen. „SD2IEC“, „Turbo Chameleon 64“, „1541 Ultimate“, „HXC“ oder „SIO2SD“ nennen sich die SD-Karten-Lese-/Schreibgeräte für Rechner wie C64, Amiga oder Atari. Die Diskettenlaufwerke oder Datasetten, die diesen Rechnern einst als Speichermedium dienten, werden mit ihnen überflüssig. Die Rechner werden mit diesen Erweiterungen in die Lage versetzt, Floppy-Images direkt von SD-Karte zu lesen und somit das Floppylaufwerk zu emulieren. Science Fiction wäre das in den Jahren gewesen, in denen diese Rechner ihre „Goldene Ära“ hatten.

 

Mit rund 3.500 Mitgliedern zählt das seit 2002 existierende "Forum64" zu den wohl beliebtesten Internet-Treffpunkten der Retro-Szene.

 

Längst haben sich auch Bildungseinrichtungen in die Szene begeben. Der Fachbereich Medienwissenschaft der Humboldt-Universität zu Berlin unterhält ein medienarchäologisches Forschungsprogramm. Dr. Stefan Höltgen forscht in diesem zum Thema Retrocomputing. Der Fachbereich verfügt inzwischen über eine eigene Sammlung an klassischen Homecomputern und Spielkonsolen. Studenten können in Vorträgen und Seminaren die Programmierung auf den alten Maschinen lernen und erhalten aufgrund der Einfachheit solcher Systeme einen viel besseren Zugang zu den heutigen, meist absichtlich verschlossenen Systemen. Höltgen ist ebenfalls Mitglied im Verein zum Erhalt klassischer Computer und richtete zusammen mit diesem die diesjährige „Classic Computing“ im Pergamont Pallais in Berlin aus. Zuvor unterstützte der Verein mit finanziellen Mitteln eine große Vortragsreihe zum Thema Retro-Computing an der Humboldt-Universität. Retro-Verein und Wissenschaft arbeiten so Hand in Hand zusammen.

 

Der Commodore 64 ist der bis heute meistverkaufteste Computer. (Bild: Sebastian Bach)

 

Frank Erstling ist Herausgeber der „RETURN“ - ein Magazin, welches sich, wie das LOAD-Magazin vom Verein zum Erhalt klassischer Computer, an Retro-Liebhaber wendet. Im Gegensatz zum LOAD-Magazin widmet sich RETURN hauptsächlich der Technik und den Spielen von 8-Bit-Geräten. Ein 12-köpfiges Team schreibt und gestaltet das sehr aufwändige, vierteljährlich erscheinende Heft, welches in Form eines Abonnements oder als Einzelbestellung bezogen werden kann. Zum LOAD- und RETURN-Magazin gesellt sich das RETRO-Magazin des CSW-Verlages. RETRO versteht sich als Lifestyle-Magazin rund um die digitale Retro-Kultur. Der Verlag hat neben RETRO auch zahlreiche Bücher im Portfolio. Etwa „Extraleben“ - ein Roman, dessen Geschichte in der Zeit von C64 & Co. handelt. Peter Sieg – ebenfalls Mitglied des Vereins zum Erhalt klassischer Computer - schreibt gerne für den Scriptorium-Verlag. Ein weiterer Verlag, der viele Sachbücher zum C64, Amiga und deren Hersteller Commodore anbietet. Genauso der Gameplan-Verlag, der fachlich hervorragende Werke wie „Volkscomputer“ im Angebot hat – ein Buch, welches viele spektakuläre Details über den einstigen Computergiganten Commodore enthält und unter Einbeziehung von damaligen Commodore-Entwicklern von der ursprünglichen englischen Fassung in die deutsche Sprache übersetzt wurde.

 

"RETURN", "RETRO" und "LOAD" - die drei Print-Magazine der Retro-Szene.

 

Aber auch große Verlagshäuser, haben den Trend inzwischen erkannt und entsprechende Lektüre in ihr Portfolio aufgenommen. Der Chip-Communications-Verlag hat die im April 2000 eingestellte „Power Play“ wieder auferstehen lassen. Der Heise-Verlag übersetzt die englische „Retro Gamer“ und legt sie als regelmäßig erscheinende, eigenständige deutsche Ausgabe auf.

Wer nicht gerne liest, der kann auch Hören und zwar beim Internetsender „Radio PARALAX“ von Manuel Sehrbrock aus Wuppertal, welcher rund um die Uhr moderne Remixe von bekannten Videospielmusiken spielt und daneben auch Live-Sendungen bietet. Wem auch das zu wenig ist, der kann „Classic Videogames LIVE!“ einschalten - eine Mischung aus (Live-)Web-TV, -Internetradio und -Chat, welche zweimal im Monat von Marco Kautz aus Euskirchen produziert wird.

 

Marco und Sabrina senden zweimal im Monat ihr Internet-Magazin "Classic Videogames LIVE!". (Bild: Marco Kautz)

 

Marco Kautz war es auch, der in einem Interview mit dem LOAD-Magazin einen sehr einprägsamen Satz gesagt hat. Dieser verdeutlicht sehr eindrucksvoll, was einer der Beweggründe sein kann, die diese Retro-Szene entstehen ließen, welche sie aufrecht erhält und warum die Szene immer weiteren Zuwachs bekommt. Kautz bezog sich in diesem Satz auf seine Faszination für klassische Video- und Computerspiele und warum seine Freundin inzwischen mit auf den Zug aufgesprungen ist: „...weil sie merkt, dass da mehr dahinter steckt als nur ein Videospiel.“

Obwohl es noch so viel mehr zu schreiben gäbe, wollen wir diese Aussage so stehen lassen und damit diesen Artikel beenden. Doch damit haken wir das Thema keinesfalls ab. Hier bei GamingMedia fängt es damit erst an. Lasst euch überraschen.

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